Beates Märchenstunde

Dass Spukhaus von Zwickau, „Beweismittelfundgrube“ und damit zentraler Bestandteil der „NSU-Saga“ (Bildquelle: Wikipedia)

Vor unser aller Augen läuft der meiner Meinung nach größte Vertuschungsskandal der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte ab und keiner merkt etwas, zumindest nicht jene die den offiziösen Mainstream-Medien glauben schenken möchten und das sind leider immer noch eine ganze Menge!

Alleine der Umstand das die Aussage von Frau Zschäpe schriftlich abgefasst und von ihrem Verteidiger vorgelesen wurde sollte selbst das dämlichste und gutgläubigste Schlafschaf stutzig machen! Auch die Ankündigung das man zwar auf Nachfragen der Nebenkläger und der Staatsanwaltschaft antworten werde aber eben auch nur schriftlich sollte einem schwer zu denken geben, wieso kein offenes und eigentlich übliches Kreuzverhör? Wieso darf Beate Zschäpe nicht frei sprechen? Ich weiß es wird gesagt sie wolle das nicht, doch ganz ehrlich, für wie Plausibel halten sie so was? Ist es nicht vielmehr die Angst der Staatsanwaltschaft und des (staatlich bestellten) Pflichtverteidigers das Frau Zschäpe unter dem Druck eines echten und offenen Kreuzverhöres regelrecht zusammenbrechen könnte und dann doch anfangen würde die wahre Geschichte des NSU zu erzählen? Ist es nicht so das nach endlosen Verhandlungstagen die offizielle (Verschwörungs-)Theorie derart löchrig, unschlüssig und widersprüchlich ist das die Bundesstaatsanwaltschaft Angst haben musste ihre gesamte Anklage würde zusammenbrechen und konnte nur durch eine Aussage von Zschäpe Bestand haben? Ist es nicht Fakt das diese Aussage den Staat schützt und die Bundesanwaltschaft dazu befähigt wenigstens formaljuristisch ihr Gesicht zu wahren? Warum erlitt Beate Zschäpe Tage zuvor einen Nervenzusammenbruch, sagte man ihr etwa was passieren würde wenn sie keinen Deal mit der Staatsanwaltschaft eingeht? Wieso wurde der Termin für die groß angekündigte Aussage dann plötzlich doch noch mal verschoben? Brauchte man noch Zeit für die Ausarbeitung einer entsprechenden Märchengeschichte die man ihr dann zur Unterschrift vorlegte? Sie denken das sind wirre Verschwörungstheorien? Nein, dass sind Fragen die eigentlich jeder halbwegs aufmerksame Journalist stellen sollte so fern er seinen Beruf noch ernst nimmt! Doch die Schreiberlinge der etablierten Medien begnügen sich offenkundig damit die offizielle Lesart praktisch ungefiltert wiederzugeben, auch wenn man zu Gute halten muss das immer wieder einige doch noch selbst denken, allerdings wird dann nur ganz zaghaft und quasi mit angezogener Handbremse berichtet. Man wird das Gefühl nicht los das diese Journalisten entweder ganz genau wissen was Ihnen blüht wenn sie etwas wirklich Kritisches schreiben würden oder aber sie sind durch jahrelange Tätigkeit in den Mainstream-Medien derart Kognitiv beeinträchtigt das sie wirklich das logische und besonders das kritische Denken schlichtweg verlernt haben. Vielleicht ist es auch die Erkenntnis das man keine sonderlich große Karriere mehr machen wird wenn man derart unpassend aus der Rolle der LEIDmedialen Presseschar fällt. Doch das nur Nebenbei, dass was Frau Zschäpe aussagte bzw. was vorgelesen wurde ist schlichtweg die Nacherzählung des offiziellen NSU Märchens, nicht mehr aber auch nicht weniger. Unter anderem ist in der Aussage der Satz zu finden:

„Ich fühle mich moralisch schuldig, dass ich zehn Morde und zwei Bombenanschläge nicht verhindern konnte.“

Quelle:  zeit.de

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Dieser scheinbar nicht sonderlich auffallende Satz ist in so fern von Bedeutung als das sie hiermit die These der Staatsanwaltschaft stützt und damit den „NSU“ für alle ihm angelasteten Morde unmittelbar verantwortlich macht. Obwohl es berechtigte Zweifel daran gibt das der „NSU“ für all diese tatsächlich verantwortlich sein konnte (bzw. ob der sog. „NSU“ überhaupt jemals so existierte…) bestätigt Zschäpe so die Vorwürfe der Anklageschrift und trägt damit erheblich zur Verschleierungstaktik die jene meiner Meinung nach von Anfang an betrieben wurde bei. War das von Zschäpe beabsichtigt? War das Teil eines Deals mit der Staatsanwaltschaft und dem Gericht damit sie am Ende schlimmstenfalls wegen Brandstiftung und evtl. Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung aber eben nicht für mehrfachen Mord verurteilt wird? Das sie mit so einer Aussage dem Staat direkt in die Hände spielt und die Vertuschung die derzeit vor unser aller Augen betrieben wird ungestört weitergehen kann scheint sie nicht zu kümmern. Sie sagt ja praktisch folgendes: Ja, okay, die NSU hat gemordet und zwar so wie der Generalbundesanwalt und seine Komparsen aus der Bundespuppenkiste es behaupten und ja ich war auch Mitglied in diesem NSU-GeheimdienstgespenstuntergrundsupermegaDingens, ABER ich persönlich war an den Morden selbst nie direkt oder auch indirekt beteiligt. Letzteres macht juristisch doch einiges an Haftjahren aus wenn es zu einer Verurteilung kommt. Und außerdem kann man ihr bis Heute ja nicht wirklich nachweisen das sie auch nur an einem einzigen Tatort war, von daher ein sehr guter Ausgangspunkt für Frau Zschäpe wie für die Staatsanwaltschaft wo dann sich darauf zurückzieht man könne ihr es halt einfach nicht nachweisen aber sie habe mutmaßlich eben „im Hintergrund“ ihren Teil zu den Morden beigetragen. Man muss außerdem bedenken das Frau Zschäpe gerade einmal 40 Jahre alt ist, ich glaube kaum das sie bereits abgeschlossen hat mit ihrem Leben. Dass heißt sie hätte allen Grund dafür sich auf egal was für einen Deal einzulassen Hauptsache sie kommt auch nur einigermaßen glimpflich und vor allem lebendig aus der Sache raus…. Und die ohnehin an permanenten Gedächtnisschwund leidende öffentliche Meinung würde nur in Erinnerung behalten das die böse Supernazifrau Zschäpe ja „irgendwie“ für die „ganzen schlimmen Rechtsterror Sachen“ irgendwann mal verurteilt worden ist, Ende Gelände! Fall abgeschlossen…….

Ich möchte an dieser Stelle auch noch auf einen weiteren Umstand hinweisen der mich nachdenklich stimmt: Frau Zschäpe wird ja von den etablierten Verpressungsmedien seit Beginn des Prozesses im Mai 2013 als überzeugte „Nazibraut“ (das schöne Wort stammt von der BILD..) dargestellt oder zumindest als fürchterlich böser und politisch fanatisierter Mensch. Doch überlegen sie mal, wie verhielten sich andere Politterroristen in der Geschichte? Folgendes Beispiel: Wir alle kennen aus dem Gesichtsunterricht oder schlimmstenfalls aus diversen Kinofilmen wie etwa „Der Baader-Meinhof Komplex“ das Verhalten der damaligen, sog. ersten Generation der Roten Armee Fraktion. Wie theatralisch die Gerichtsauftritte von Baader, Meinhof und Enslin, wie hasserfüllt ihre fanatisch glitzernden Augen beinahe glühten, wie sie den verhassten Staat und seine richterlichen Repräsentanten rhetorisch angriffen und polemisch attackierten, da war richtig Action angesagt im Gerichtssaal. Und dann sitzt da dieses Häufchen Elend von Beate von Irgendwo, im Nirgendwo und verweigert jegliche Aussage, sieht teilweise apathisch in den Gerichtssaal und schweigt sich vollumfänglich über zwei Jahre aus. Soll aber angeblich ein strammes Jahrzehnt unentdeckt und eiskalt die mutmaßlich größte Terrormordserie der Nachkriegsgeschichte mit veranstaltet bzw. bei den beiden Mörderduo Uwe & Uwe sozusagen als „Mutter der Kompanie“ gedient haben?! Wer zu so etwas fähig ist müsste doch schon aufgrund seines ihm innewohnenden Fanatismus solch einen Gerichtsaal als ideale Bühne verstehen und auftreten wie Graf Rotz mit seiner Elefantenherde in der Porzellanfabrik! Doch statt dessen scheint Frau Zschäpe nun eher einen auf Baron von Münchhausen zu machen und unterschreibt eine sämig-bräsige Story deren Ursprung ich persönlich bei der Bundesanwaltschaft verorte…doch dazu später mehr.

Wenn man die Aussage liest und es versteht zwischen den Zeilen zu lesen bzw. die Dinge in den entsprechenden Zusammenhang setzt so ergeben sich daraus Dinge die es so gesehen dann doch wieder in sich haben. Beziehungsweise ich bemühe mich nun im folgenden nun diese gesamte Aussage etwas zu „sezieren“ und vor allem aus meiner Sicht zu kommentieren…..Natürlich erhebe ich dabei keinen Anspruch auf Allwissenheit oder unumschränkte Richtigkeit, aber ich versuche anhand von Logik und gesundem Menschenverstand die Behauptungen in der Aussage von Beate Zschäpe zu analysieren.

So fand ich unter anderem ziemlich am Anfang der Aussage folgende Passage auf Seite 2 unten und Seite 3 oben:

Aktiv wurde ich erst, nachdem Tino Brandt zu unserer Gruppe gestoßen war, womit sich unser Zusammenleben und Tun drastisch veränderte. Tino Brandt wurde für mich der Mittelpunkt aller Aktionen. Es gab nicht nur die Kameradschaft Jena, sondern es gab noch andere Gruppierungen. Tino Brandt hatte diese einzelnen Gruppierungen, die alle eine rechte Einstellung, hatten, koordiniert. Er organisierte Zusammenkünfte, bei denen Rechtsauskünfte erteilt wurden, wie zum Beispiel das Verhalten bei einer Hausdurchsuchung oder einer Festnahme. Tino Brandt war diejenige Person, die Geld zur Verfügung stellte und somit unsere Aktivitäten erst ermöglichte. Er organisierte, dass wir beispielsweise am Rudolf-Heß-Gedenkmarsch oder am Sandro-Weigel-Gedenkmarsch oder an sonstigen rechtsgerichteten Demonstrationen teilnehmen konnten. Tino Brandt war derjenige, der die Initiative ergriff, sei es durch Ideen, sei es durch Geld, das er zur Verfügung stellte oder durch Übergabe von Lesematerial mit nationalistischem Inhalt. Mit seinem Geld wurden Plakate geklebt, Aufkleber gefertigt, rechtes Propagandamaterial verteilt und die angesprochenen Reisen bezahlt. Man kann sagen, ohne Tino Brandt wären diese ganzen Unternehmungen nicht möglich gewesen.

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Tino Brandt war nachweislich ein Agent des Verfassungsschutzes! Es bestätigt den Verdacht das wieder einmal ein bezahlter Staatsspitzel (der umfangreich mit Steuergeld versorgt wurde!) es extremistisch-politischen Zirkeln überhaupt erst ermöglichte halbwegs effektiv-aktiv zu werden! Wieder mal reiner Zufall nehme ich an…

Okay, gehen wir weiter, wobei ich auf die „Lovestory Inhalte“ der Aussage wo Frau Zschäpe wo sie ihre privaten Beziehungen zu den beiden Uwe´s schildert bewusst nicht eingehe, dafür gibt es „Fachmagazine“ wie „Die Bunte“ oder die eventuell noch existierende „Neue Revue“…..

In nachfolgenden Sätzen (noch auf Seite 2 zu finden) schildert sie die schon vor dem Aktiv werden im Untergrund die sog. „Waffensammlung“ von Uwe Mundlos, dass kommt in der Aussage sogar noch vor den Berichten über das zusammentreffen mit dem Verfassungsschutzagent Tino Brandt. Doch lesen Sie selbst:

Uwe Mundlos begann seinen Dienst bei der Bundeswehr am 1. April 1994, und nach ein paar Monaten trennten wir uns, und er zog aus meiner Wohnung aus, wobei es keinerlei Streit zwischen uns gab. Anschließend ging ich eine Beziehung mit. Uwe Böhnhardt ein. Uwe Böhnhardt zog nicht in meine Wohnung in der Ernst-Zielinski-Straße 42 ein, sondern verbrachte nur die Wochenenden bei mir. Schon als ich Uwe Böhnhardt kennen lernte bestand seine Kleidung aus Bomberjacke sowie Springerstiefeln, sodass schon äußerlich unschwer zu erkennen war, welche politische Einstellung er hatte. Seine Einstellung zu Waffen konnte man schon damals daran erkennen, dass er eine Vielzahl an Waffen, wie etwa eine Armbrust, einen Morgenstern oder einen Nunchaku an der Wand in meiner Wohnung aufgehängt hatte.

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Wir erfahren also das Uwe Mundlos bei der Bundeswehr war. Selbst wenn wir davon ausgehen das er zu diesem Zeitpunkt noch nicht sonderlich Aktiv war in der rechten Szene so können wir uns darauf verlassen das der militärische Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr ihn unter Garantie auf dem Schirm hatte. Das will noch nichts heißen aber hier wäre der erste Berührungspunkt mit staatlichen Sicherheitsbehörden gewesen. Es wäre nicht das erste mal das die Dienste hier Leute anwerben oder zumindest umfassend aushorchen und evtl. für sie relevante Informationen abschöpfen. Das ist zwar nur eine Vermutung von mir aber in anbetracht der tatsächlichen Arbeitspraxis von Nachrichtendiensten allgemein eben keinesfalls von der Hand zu weisen. Die zweite Aussage mutet beinahe witzig an, ist aber vor allem psychologisch zu betrachten. Hier soll nämlich der Leser darauf vorbereitet werden zu glauben das Uwe Mundlos ja schon immer irgendwie eine besondere Affinität zu Waffen gehabt hätte, sprich der könnte ja später also „locker“ auch die Morde begannen haben! Ich meine ja, freilich sind ein Morgenstern oder eine Armbrust Waffen und keine Spielzeuge, aber es gibt in der Republik zig tausende völlig harmloser Sportschützen und Sammler die sich derartige Gegenstände in ihre Keller und Vitrinen legen, dass macht sie noch lange nicht zu potentiellen Gewaltverbrechern. Sonst wäre nach diesem Verdachtsmuster bspw. jeder Militaria Sammler ein potentieller Terrorist… Diese scheinbare „Logik“ ist in Wirklichkeit eine Unlogik ersten Ranges und soll lediglich dazu dienen wie schon erwähnt die Öffentlichkeit darauf vorzubereiten die späteren Mordgeschichten leichter zur schlucken! Also auch wieder eine Passage in der Aussage von Beate Zschäpe die ganz im Sinne der Bundesanwaltschaft ist welche sich größte Mühe gibt die beiden Uwe´s als ruchlose und eiskalte Killer darzustellen. (Natürlich will ich damit nicht behaupten die beiden seien Unschuldslämmer gewesen, keinesfalls, aber man will doch angeblich wirklich aufklären dachte ich und nicht einfach die sog. „Döner Morde“ irgendjemand unterschieben um sie quasi „zu entsorgen“, oder etwa doch?)

Das nächste Schmankerl findet sich in der Aussage auf Seite 4 im unteren Abschnitt und fortlaufend auf Seite 5 oben. Es geht um die erste Hausdurchsuchung bei Uwe Böhnhardt am 26. Januar 1998. Damals standen die drei schon im Visier der Sicherheitsbehörden vor Ort (Jena) und wohl auch des zuständigen Landesamtes für Verfassungsschutz. Auf alle Fälle findet dort an jenem Tag eine Hausdurchsuchung statt. Aber lesen Sie selbst:

  1. Januar 1998: An diesem Tag fand eine Hausdurchsuchung in der Wohnung des Uwe Böhnhardt statt. Ihm wurde der Durchsuchungsbeschluss vorgelegt. Uwe Böhnhardt erkannte, dass sich der Durchsuchungsbeschluss auch auf die von mir angemietete Garage bezog. Während der Hausdurchsuchung ließen ihn die anwesenden Polizeibeamten gehen, und Uwe Böhnhardt fuhr mit seinem Auto davon. Er rief mich an und teilte mir mit, dass die Garage aufgeflogen sei. Er forderte mich wörtlich auf: „Fackel ab.“

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Aha, da erfährt man also wie die Polizei in Jena bei Hausdurchsuchungen vorgeht. Da wird dem Beschuldigten und damit auch Verdächtigen und mittlerweile den Behörden bestens bekannte Uwe Böhnhardt einfach so während der Hausdurchsuchung von der anwesenden Polizei gehen gelassen um irgendwo hinzufahren. Wohlgemerkt auf dem Durchsuchungsbeschluss steht ausdrücklich das dieser sich auch auf die angemietete Garage erstreckt. Übrigens nebenbei bemerkt ein weiteres Indiz dafür das die Behörden auch diese potentielle „Werkstatt“ für was auch immer längst im Visier hatten. Und da haben die anwesenden Polizeibeamten nichts besseres zu tun als den Tatverdächtigen den die Kollegen seit Monaten hinterher ermitteln einfach so gehen zu lassen um evtl. Beweismaterial verschwinden zu lassen? Träumen Sie schon oder schlafen sie noch liebe Leser?! Hat man ihn gehen lassen? Wenn ja warum? Und wieso zum Henker stellt keiner der Staatsanwälte, keiner der Nebenkläger, einfach Niemand diese einfache Frage?

Auf Seite 6 unten weitere interessante Informationen, hier geht es um angeblich Pläne nach dem Untertauchen das Land gänzlich zu verlassen:

Für sie sollte das weitere Leben mit Überfällen finanziert werden, wobei sie an eine Auswanderung nach Südafrika dachten und dafür Geld besorgen wollten.

Ausgerechnet nach Südafrika, ach, da schau einer an. Das Eldorado für alle Gangster und nebenbei bemerkt auch Geheimdienstler seit eh und je, besonders seit dem Ende des Apartheidregimes. Die Reste der (burischen/weißen) südafrikanischen Sicherheitsdienste blieben meiner Meinung nach allerdings höchst Aktiv, dass haben solche Strukturen nun einmal so an sich… Aber nicht nur das, Südafrika war schon immer das Ziel von kampfwilligen, abenteuerlustigen Söldner aus aller Welt. Hatte ein Dienst die beiden auf die Idee gebracht? Wollte man sie dort parken für eventuelle „weitere Verwendungen“? Warum nicht Südamerika mit seinen riesigen, deutschsprachigen Siedlungen? Wieso ausgerechnet das mittlerweile von einer schwarzen Mehrheitsregierung beherrschte Land? Das sich mehr oder weniger im Zerfall befand. Zufall?

Interessant auch Seite 8, ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Staat:

Gleichzeitig hatte ich meine Überlegung in den Raum gestellt, mich der Polizei zu stellen – auch wenn dies die Trennung von den beiden bedeuten würde. Die zwei überzeugten mich, es nicht zu tun, und die Angst vor dem Eingesperrt werden und meine Gefühle zu Uwe Böhnhardt hielten mich davon ab.

Klar, logisch, sie wollte sich ja stellen und die beiden Toten können dummerweise nicht mehr widersprechen. Aber das nur als Zwischennotiz…

Weiter auf Seite 11, oberer Absatz,

Ich befand mich im Zwiespalt der Gefühle: Den finanziellen Vorteil der Raubüberfälle hatte ich akzeptiert und von diesen profitiert. Gegenüber Uwe Mundlos hegte ich enge freundschaftliche Gefühle, und Uwe Böhnhardt liebte ich. Die beiden waren meine Familie. Die Mordtaten lehnte ich zutiefst ab. Vor einer langjährigen Inhaftierung hatte ich Angst. Vor der Nachricht, dass sich beide getötet hätten, hatte ich noch größere Angst. Aus diesem emotionalen Dilemma fand ich keinen Ausweg und ließ die weiteren Geschehnisse auf mich zukommen.

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Der erste Satz sagt aus wenn man das Ganze sozusagen „vom juristischen“ in Normalsprache „übersetzt“ das man zwar von kriminellen, räuberischen Überfällen finanziell profitiert hat und hier eingesteht das man damit zumindest indirekt etwas zu tun gehabt hatte, letztendlich ist das aber wieder quasi nur ein Teilgeständnis. Der zweite Teil wo sie die Mordtaten entschieden ablehnt und zugleich ihre sicherlich tatsächlich vorhandene Angst vor einer sehr langen Haftstrafe zum Ausdruck bringt darf man getrost als Signal an die Bundesanwaltschaft und das Gericht verstehen. Ich „übersetze“ das mal so: Ich (Beate Zschäpe) bin moralisch entrüstet über diese Mordtaten, habe aber rein gar nichts mit diesen zu tun gehabt und ich trage eure Geschichte wie ihr es haben wollt als die meine dem Gericht vor. Und zwar in dem ich mich gleichzeitig auf die Morde berufe (auch wenn man jene Taten nur sehr schwer mit dem NSU in Verbindung bringen kann oder eben wie in den meisten Fällen gar nicht…..) und mich doch selbst aus der (zumindest direkten) Verantwortung bringen möchte. Ihr lasst das einfach so durchgehen dafür liefere ich euch als letzte Überlebende dieses Trios quasi die „offizielle“ Bestätigung für eure waghalsigen Thesen!

Sie denken das ist blanker Unsinn? Oder gar pure Verschwörungstheorie? Nun, warten wir es ab….

Dann kommt ein doch etwas spannenderer Abschnitt auf Seite 13. Es geht um den Mord an der Polizistin Kiesewetter in Heilbronn. Der hat es dann doch ebenfalls wieder in sich, besonders wenn man sich halbwegs mit der Thematik auskennt. Damit meine ich organisierte Kriminalität und Untergrundleben und solche Dinge, doch lesen Sie selbst was die liebe Beate erlebt haben will und wie sie diesen Mord beschreibt:

Am 25. April 2007 ermordeten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Polizistin Michèle Kiesewetter und verletzten den Polizisten Martin Arnold schwer. Sie hatten mich zuvor nicht darüber informiert, dass sie eine solche Tat begehen wollten. Sie hatten mich nicht einmal darüber informiert, dass sie wegfahren wollten. Als die beiden einige Tage später in die Wohnung zurückgekehrt waren, berichteten sie davon, dass sie zwei Polizisten ermordet hatten. Ich war regelrecht ausgeflippt, hysterisch und ihnen gegenüber sogar handgreiflich geworden, wobei ich versucht hatte, sie zu schlagen. Nachdem ich wieder einen vernünftigen Gedanken fassen konnte, fragte ich nach dem Warum. Ich erhielt die unfassbare Antwort, dass es ihnen nur um die Pistolen der zwei Polizisten ging. Sie seien mit ihren Pistolen wegen häufiger Ladehemmungen unzufrieden gewesen. Das war der einzige Grund, warum erneut ein Mensch sterben musste.

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Wegen dem Thema Ladehemmung und den restlichen Waffen die das Trio eigentlich zu diesem Zeitpunkt hätte haben müssen verweise ich auf den Blog NSU Leaks, dort haben die Kollegen um den sog. „Fatalist“ und „Arbeitskreis NSU“ wirklich hervorragende Arbeit geleistet.

Dort wird die technische Seite der Aussage bestens analysiert und anhand von veröffentlichten Ermittlungsakten auch sehr schön dokumentiert. Dort gibt es dann darum auch erheblich mehr unbeantwortete Fragen als Antworten zu dieser Ladehemmungsgeschichte von Frau Zschäpe.

Doch ich möchte noch auf einen ganz anderen Punkt verweisen der mir sehr, sehr merkwürdig vorkommt und mich wirklich zum lachen und dann beinahe in Rage brachte, nämlich das Motiv für diesen Mord überhaupt:

Da ist also eine angeblich mörderische, brutale Terrorzelle seit Jahren im Untergrund aktiv, begeht mehrere Raubüberfälle und hat zu diesem Zeitpunkt schon einige Menschen eiskalt ermordet. Da kommt es den beiden „Hauptkillern“ dieser hammerharten Mördertruppe auf einmal in den Sinn das ihre Waffen Ladehemmungen haben bzw. sie das nun so sehr stört das man sich Neue besorgen müsse. Das könnte man vielleicht noch irgendwie erklären, wenn auch nur sehr verwegen und unter zur Hilfenahme extrem vieler Betäubungsmittel oder mehrerer Hektoliter alkoholischer Getränke… Aber lassen wir das einfach mal so durchgehen, doch dann kommt die absolut irre Lösung des Problems: Hey, komm, lass uns in das rund 360 KM entfernte Heilbronn düsen und dort am helllichten Tag (ca. 14.00 Uhr) zwei Polizisten umlegen die dort rein zufällig auf Streife sind! Also, dass wissen wir nicht, aber es sind ja dauernd irgendwo Polizisten auf Streife, wieso nicht nach Heilbronn! Dresden oder das benachbarte Tschechien wäre viel zu einfach, nee, lass uns ins Schwabenland düsen und darauf hoffen das wir dort zwei Polizeischusswaffen erbeuten können.

AUA! Schmerzt es Sie auch bei diesen Zeilen liebe Leser? Hey, wie bescheuert muss man eigentlich sein um so einen geistigen Durchfall ernsthaft auch nur zwei Sekunden lang für wahrscheinlich zu halten? Wenn ich als bösartiger und gemeingefährlicher Terrorist im Untergrund bin dann bekomme ich meine Ersatzwaffen unter Garantie völlig unregistriert auf dem Schwarzmarkt, ganz einfach, um die Ecke ist Tschechien, das Einfallstor der Ostmafia, hey, wenn ich eh schon scheiß kriminell bin dann bekomme ich diese Ballermänner leichter als ein paar Lutscher beim Laden um die Ecke! Und wenn ich schon so dermaßen beknackt in der Gehirnlatrine bin das ich meine ich müsste sie mir mit Waffengewalt holen, dann doch nicht bei Polizisten auf einem öffentlichen Platz wie der Theresienwiese in Heilbronn wo ich zwangsläufig mit zig potentiellen Zeugen rechnen muss! So absolut doof können nicht mal die beiden Uwe´s aus dem Zwickauer Spukhaus sein! Und wieso Heilbronn? Und was hat es mit den KKK Mitgliedern aus Kiesewetters polizeilichem Umfeld auf sich? Von denen der Verfassungsschutz wusste, ach, auch egal, reiner Zufall natürlich. Auch das Angehörige eines US-Militärgeheimdienstes DIA mit einem Team dort eine Geldeinzahlung von verdächtigen Personen überwachte und in ihrem Bericht behaupteten das dort Verfassungsschützer aus BaWü anwesend waren wurde im Nachhinein geleugnet und vertuscht. Auch wieder: Reiner Zufall! Das hat alles überhaupt nichts miteinander zu tun! Den Reiner sollte man mal vorladen! Der ist ja echt überall im NSU Komplex anzutreffen, ein echtes Allround Talent der Bursche!

Auf Seite 14 wird es noch besser, nun geht es um die Beweismittel und um die obskuren Paulchen Panther DVD´s:

Beide erwähnten mehrfach, dass sie sich freischießen würden, sollten sie durch die Polizei entdeckt werden, oder, wenn dies nicht gelingen würde, dass sie sich durch Erschießen das Leben nehmen. Bei diesen Gesprächen über den Tod musste ich beiden mehrfach das absolute Versprechen geben: Sollten beide erschossen werden, oder sollten sie sich selbst erschießen, um einer Verhaftung zuvorzukommen, so sollte ich die von Uwe Mundlos erstellten und versandfertig vorbereiteten DVDs in den Briefkasten stecken und versenden. Ich sollte die Wohnung in Brand setzen, und ich sollte die Eltern des Uwe Mundlos und des Uwe Böhnhardt benachrichtigen. Uwe Mundlos wollte, dass alle Beweise im Zusammenhang mit ihren Taten vernichtet werden und der einzige Beweis ihres Tuns die DVD sei. Uwe Böhnhardt wollte, dass alle Beweise vernichtet werden, die Rückschlüsse auf unsere Lebensweise in den vergangenen Jahren zulassen würden. Ich gab ihrem jeweiligen Drängen nach und gab ihnen wiederholt mein ausdrückliches Versprechen, ihre letzten Wünsche zu erfüllen. Beide wussten, dass ich ein Versprechen, welches ich einmal gegeben hatte, nicht brechen würde. Es wurde dabei niemals besprochen, wie ich die Wohnung in Brand setzen und dadurch die Beweismittel vernichten sollte.

Zu diesen Beweismitteln zählten für mich beispielsweise die Waffen und die Festplatten der Computer. Die Existenz der Hose, auf der sich Blut der getöteten Polizeibeamtin Kiesewetter befand, war mir völlig unbekannt.

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Genau! Genau! Das ist der Hammer! Mit dieser Aussage wird die Bundesstaatsanwaltschaft in einem Umfang entlastet bzw. bestätigt, besonders was die ungeheuerlichen Merkwürdigkeiten beim Zwickauer Spukhaus und die dort auftauchenden Beweisstücke in der Brandruine angeht, dass es mir gerade etwas den Atem verschlägt! Sie wird in so fern entlastet weil man somit ihre krude Story abermals (wie in der GESAMTEN Aussage von Frau Zschäpe!) von der letzten lebenden Zeugin einfach bestätigen lässt, egal wie die Faktenlage wirklich ist. Ich meine das mit den Eltern benachrichtigen, von mir aus auch noch die Wohnung in Brand stecken, okay meinetwegen, aber das sämtliche „Beweise die Rückschlüsse auf ihre Lebensweise in den vergangenen Jahren zuließen“ zu vernichten seien, hey, dass sind doch keine Gedankengänge oder gar Worte von knallharten Politterroristen, sondern von Geheimdienstprofis die Spuren verwischen wollen! Wären das waghalsige Untergrundkämpfer gewesen dann wäre ihnen wohl vor allem ihr Bild in der Geschichte wichtig oder ihre ideologische Rechtfertigung für ihre Taten, aber doch nicht so ein eher ermittlungstechnisches Detail! Darum stellt sich einem hier zwangsläufig die Frage: Wer hat ihr das diktiert? Ihr „Pflichtverteidiger“ oder direkt der Generalbundesanwalt? Auch das versenden der Paulchen Panther DVD´s soll damit rein gewaschen werden weil es bis Heute erhebliche Zweifel gibt wie Zschäpe das alles geschafft haben soll in der Hektik an jenem Mordtag (dem 04.11.2015) von Uwe & Uwe, wobei doch angeblich das alles für sie so überraschend gekommen sein soll. Hierzu empfehle ich dringend die noch erhältliche Sonderausgabe des Compact Magazins, hier hat man wirklich erstklassige Recherche Arbeit geleistet.

Auf Seite 17 noch einmal Märchenstunde pur, angeblich fuhr sie 4 Tagelang planlos durch Deutschland und angeblich hatte sie auch keinen Kontakt zum sächsischen Innenministerium gehabt haben will. Ich zitiere hier die Internetseite heise.de die sich wieder auf die Zeitung „Berliner Kurier“ beruft:

Der Berliner Kurier berichtete am Dienstag, dass Zschäpe, etwa eine Stunde nachdem sie – laut offizieller Version – ihre Wohnung in der Frühlingsstraße 26 in Zwickau am 4. November 2011 in die Luft gejagt hatte, einen Anruf auf ihrem Handy erhielt. Der Anruf war, laut Zeitung, „im Sächsischen Staatsministerium des Inneren registriert“.

Doch Zschäpe behauptet in der folgende Aussage das Gegenteil, wieder eine Reinwaschung staatlicher Stellen:

Ich fuhr anschließend vier Tage lang mit dem Zug planlos kreuz und quer durch Deutschland, bis ich mich zu Rechtsanwalt Liebtrau in Jena begab. Mit diesem stellte ich mich anschließend der Polizei, nachdem ich dies telefonisch angekündigt und verlangt hatte, vorher noch mit meiner Oma sprechen zu können. Während der vier Tage und auch am 4. November 2011 selbst hatte ich kein Telefongespräch mit einem Mitarbeiter des Innenministeriums oder einer anderen Behörde geführt.

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Die Geschichte mit den vier Tagen planlos herumfahren soll wohl auch dann der Beleg für die steile These der Bundesanwaltschaft sein wie sie die Bekenner DVD´s dann alle verschickt bzw. bei den Nürnberger Nachrichten direkt ohne Frankierung in den Briefkasten eingeworfen haben soll…. Und der letzte Satz könnte in so fern der Wahrheit entsprechen als das Zschäpe selbst nicht aktiv versuchte im Innenministerium anzurufen sondern sie wurde von dort aus angerufen ging aber dann nicht ran. Das entlastet jedoch die Behörde keinesfalls und ist meines Wissens nach bis Heute nicht geklärt. Also auch hier wieder sehr auffällig wie Beate Zschäpe sich viel Mühe gibt die offizielle Geschichte der Anklage zu stützen obwohl die Faktenlage bedrohlich dünn bzw. im Prinzip überhaupt nicht vorhanden ist…

Ziemlich zum Schluss auf Seite 18 kommt eine Passage die in so fern interessant ist als das sie meiner Ansicht nach etwas widersprüchlich zum bisher zugegeben ist. Sie behauptet nämlich das eine „Gruppe“ im eigentlichen Sinne nicht existiert hätte und sie daher auch keinesfalls Mitglied einer solchen terroristischen Vereinigung gewesen sein konnte:

  1. Der Begriff des NSU: Uwe Mundlos hatte sich diese drei Buchstaben einfallen lassen. Es muss etwa im Herbst 2001 gewesen sein, nachdem wir in die Polenzstraße 2 in Zwickau gezogen waren. Er kam auf die Idee dem Magazin „Der weiße Wolf“ den Betrag von 1000 D-Mark zu spenden. Als ich dies mitbekam, stritt ich mich mit ihm heftig darüber. Ich war nicht damit einverstanden, weil ich meinte, dass wir sparsam leben müssen und das Geld aus dem Überfall vom 5. Juli 2001 nicht für solche Aktionen ausgeben sollten. Uwe Mundlos ließ sich jedoch nicht beirren. Er hatte über ein Synonym für den Absender nachgedacht. Seine Überlegung war: Er war untergetaucht und befürwortete einen Großteil der Ideen des Nationalsozialismus. Diese zwei Begrifflichkeiten zusammengesetzt ergaben die Abkürzung NSU. Der Begriff NSU diente folglich zum einen als Absender für seine Spendenaktion und zum anderen als Bezug für seinen Begleittext. Weder der Text des Briefes noch die Abkürzung NSU waren mit mir abgesprochen. Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass ich ein Gründungsmitglied einer Vereinigung namens NSU gewesen sein soll. Eine solche Gründung hatte niemals stattgefunden. NSU war einzig und allein die Idee des Uwe Mundlos. In den vielen Jahren des Zusammenlebens hatten wir, also Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und ich, niemals untereinander darüber gesprochen, dass wir drei Mitglieder einer nationalsozialistischen Untergrundbewegung seien, die bei Unterordnung des Willens des Einzelnen unter den Willen der Gesamtheit, bei im Vorhinein gefasstem, übergeordnetem Gruppenwillen und bei gemeinsamer politisch-ideologischer Grundhaltung gemeinsame Ziele verfolgen, wie es der Generalbundesanwalt in seiner Anklageschrift unterstellt. Ich habe mich weder damals noch heute als Mitglied einer solchen Bewegung gesehen.

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Okay, sie widerspricht mit diesen Zeilen natürlich in erster Linie dem strafrechtlichen Vorwurf Mitglied oder gar Mitbegründerin einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. Doch vorher ergießt sie sich Seitenlang damit sämtlich von der Bundesanwaltschaft dem sog. „NSU“ unterstellten Morde und Anschläge zu zugeben! Bestreitet aber dann zum Schluss das es eine feste Gruppe Namens „NSU“ gab. Für mich ist das die wohl schärfste Formulierung was man nach Absprache zwischen Verteidigung und Bundesanwaltschaft veröffentlichen wollte, schließlich behauptet die Anklage nach wie vor das es den „NSU“ als Untergrundterrorgruppe gegeben haben soll und kann natürlich bei der Aussage von Frau Zschäpe nun mit relativer Leichtigkeit behaupten das sie diese Aussage nur zu ihrem eigenen Schutz mache. Sie merken wie der Kuhhandel wohl gelaufen ist? Zschäpe rettet mit ihrer Aussage bzw. dem Zugeben sämtlicher Morde und Anschläge die Schrottanklage der Bundesamateuranstalt und zugleich bestreitet sie Mitglied einer Terrorvereinigung gewesen zu sein, womit sie nach derzeitiger Faktenlage vor Gericht sogar eventuell durchkommen könnte. Aber sie wandert unter Garantie für ein paar Jahre hinter Gittern wegen eigentlich „minderschwerer“ Strafdelikte wie etwa das sie eben persönlich von Raubüberfällen profitiert habe und die ganzen anderen Aktionen/Straftaten nicht schon früher den Behörden gemeldet hat. Aber sie wird NICHT als Terroristin mit mehrfachen Mord Lebenslang weggesperrt oder der dann auch drohenden Sicherungsverwahrung.

Kurz vor dem Ende der gesamten Aussagen auf Seite 18 und 19 wird es noch einmal obskur, Beates Märchenstunde nähert sich dem Ende. Es geht um die Herstellung der mutmaßlichen Bekenner DVD. Es wirkt kurios weil sie es so erzählt das sie praktisch keine Details mitbekommen haben will, aber dennoch soweit die Anklage bestätigt das auf alle Fälle die beiden Uwe´s bzw. der sog. „NSU“ an sich Urheber dieser DVD´s gewesen sein soll und nicht etwa jemand anderes…. Wieder so eine Aussage wo sie sich selbst eigentlich eher entlastet aber zugleich die offizielle Version der Bundesgeschichtenerzählertruppe stützt:

  1. Die DVDs: Den 15-minütigen Bekennervideofilm habe ich erstmals in der Hauptverhandlung gesehen. Im Jahr 2000/01 hatte ich aus Gesprächen zwischen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mitbekommen, dass Uwe Mundlos eine DVD über seine Raubüberfälle erstellen wollte. Am Computerbildschirm hatte ich das nicht gesehen, und ich hatte ihn auch nicht konkret darauf angesprochen. Uwe Mundlos hielt sich oft stundenlang in seinem Zimmer auf und saß vor seinem Computer, wobei ich davon ausging, dass er spielte. Er hatte sich eine Vielzahl an Computerspielen besorgt. Über die Jahre hinweg, ich schätze ab 2004/05, als wir in der Polenzstraße in Zwickau wohnten, habe ich immer wieder einmal die Paulchen-Panther-Melodie aus dem Zimmer des Uwe Mundlos gehört, habe mir aber nie etwas dabei gedacht. Ich wusste, dass Paulchen Panther seine Lieblings-Zeichentrickserie war. Was er an seinem Computer genau gemacht hat, habe ich mir nicht zeigen lassen und es hat mich auch nicht interessiert. Vielleicht zwei oder drei Mal, wenn ich sein Zimmer betrat, sah ich auf dem Computerbildschirm Ausschnitte aus dem Zeichentrickfilm, jedoch niemals die von ihm fotografierten Morde. Ansonsten sah ich immer nur seine Computerspiele. Etwa zum Jahreswechsel 2006/07, als wir einen Wasserschaden in der Wohnung hatten, hatte ich ein Gespräch zwischen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mitbekommen, dass Uwe Mundlos die Nase voll hatte, dass der Film immer noch nicht fertig sei. Ich weiß aber aus Unterhaltungen, die wir drei in der Frühlingstraße führten, dass er auch noch zu dieser Zeit am Film arbeitete. Den Inhalt der gegenständlichen DVDs, welche der Generalbundesanwalt einerseits als Selbstbezichtigungs-DVD des NSU und andererseits als letzten propagandistischen Akt des NSU bezeichnet, kannte ich nach wie vor nicht. Ich vermutete zwar, dass neben den Raubüberfällen auch die Morde, die mir Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt geschildert hatten, Gegenstand des Films sein könnten. Ich verdrängte jedoch diese Gedanken.

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Zum Schluss dann noch schnell die Bestätigung für das verpacken der DVD´s in Briefumschläge um sie „im Fall der Fälle“ dann zu versenden:

Abschließend kann ich zu den DVDs noch erklären, dass Uwe Mundlos diese Anfang des Jahres 2011 in Tüten verpackt und diese beschriftet hatte. Ich hatte ihn darauf angesprochen, nachdem ich die Tüten im Abstellraum gesehen hatte. Er erklärte, dass dies die DVDs seien, die ich im Fall der Fälle verschicken sollte.

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Okay…also, zusammengefasst behauptet Beate Zschäpe da also folgendes: Im Zeitraum vom Jahr 2000/01 bis mindestens 2006/07 wird ein Film irgendwie zusammen gebastelt, also das ist selbst für einen dusseligen Amateur eine Ewigkeit, zumal man doch annehmen könnte das derart hart gesottene Politgangster sich von ihrem geraubten Geld locker jemand im kriminellen Untergrund besorgen hätten können der ihnen in wenigen Tagen ein superkrasses Bekennervideo erstellt und nicht selbst JAHRELANG angeblich an so einem Video herumstümpern bis es dann halbwegs „irgendwie“ fertig wurde! Und nach dem quälend langem Prozedere lässt man die fertigen DVD´s also noch mal gut vier Jahre einfach so herumliegen bis man sie dann in Briefumschläge packt. Aha… Das soll ich glauben? Oder hat Frau Zschäpe hier nur das ausgesagt was man von ihr erwartet hat um die absolut löchrigen Argumentation des Generalbundesschwaflers abermals zu bestätigen? Zumal die Details bei der Herstellung des Videos von Frau Zschäpe freilich nicht beschrieben werden können (denn dann hätte man die Glaubwürdigkeit wesentlich besser überprüfen können!) und sie das wie so oft in der gesamten Aussage damit rechtfertigt das es sie schlichtweg nicht interessiert habe was ihre beiden Kollegen da so gemacht haben. Das klingt alles derart krude und absurd das selbst der gutgläubigste Mensch bemerken müsste das es sich hierbei um eine doch sehr zweifelhafte und wohl kaum der Wahrheit entsprechenden Aussage handeln muss. Meine persönliche Meinung ist das dieser Teil der Zschäpe Aussage nur dazu dient die DVD überhaupt direkt mit dem „NSU“ in Verbindung zu bringen und jegliche Zweifel oder Indizien wo die Urheberschaft außerhalb des Trio verorten als Unglaubwürdig abzuqualifizieren.

Zum Schluss geht sie auf die im abgebrannten Wohnmobil wie auch angeblich später im Zwickauer Spukhaus gefundenen Waffen ein. Und wie immer will sie auch hier keine Details (Logisch, daran könnte man ja auch ihre Glaubwürdigkeit sachlich prüfen, bspw. wie den die einzelnen Waffentypen ihrer Erinnerung nach beschaffen gewesen sein sollen usw. usf.) kennen sondern stets nur „grob“ darüber informiert gewesen sein was für Waffen sich ihre beiden Uwe´s so zugelegt haben. Auch geht sie kurz auf die Anmietungen der Wohnmobile ein, sowie den beiden Vorwürfen die in der Anklageschrift gegen sie erhoben werden sie habe bei der „Abtarnung“ der Gruppe und auch bei der Finanzverwaltung des „NSU“ eine eventuell entscheidende Rolle gespielt. Doch das können Sie getrost als Larifari abtun, dass ist für mich keine besonders interessante Aussage. Das sie die gesamt Waffen Im Jahr 2011 auf „schätzungsweise ein Dutzend“ (also 12) beziffert ist in so fern interessant als das man damit mehr oder weniger alles abdeckt, sie sich also nicht explizit festlegen möchte. Was natürlich wieder der Bundesanwaltschaft bzw. der Anklage zu Gute kommt da es bis Heute Ungereimtheiten bezüglich der nun im Zwickauer Spukhaus und im ausgebrannten Wohnmobil in Eisenach gefundenen Waffen gibt. Wieder so eine schwammige Aussage wo zugleich ihr nutzt (schließlich soll das ja andeuten sie habe weder was genaues von den Waffen gewusst und könne demzufolge auch nichts mit den Morden, Raubüberfällen etc. zu tun gehabt haben..) und zugleich der Bundesanwaltschaft, denn Letztere kann sich dann stets auf die Aussage von Frau Zschäpe berufen wo nach es ja doch sehr gut sein könne das es „schätzungsweise“ bis zu zwölf Waffen gewesen sein könnten die das Trio besaß. Dass heißt aber auch das es vielleicht nur 7 oder 8 gewesen sein könnten. Hier kann man dann nach belieben variieren und so eventuelle Zweifel schön verwischen.

Auf Seite 20 kurz vor Ende der Gesamtaussage darum der entscheidende Satz von ihr:

Im Jahr 2011 ging ich schätzungsweise von rund einem Dutzend Waffen aus. Am 4. November 2011 kam mir nicht der Gedanke, die Pistolen einzusammeln und sie gezielt zu entsorgen, zum Beispiel in einen Abfallcontainer. Ich hatte einfach keine Beziehung zu den Waffen und mir war es egal, ob sie letztlich jemand finden würde. Abschließend betone ich, dass ich bei keiner Lieferung oder Übergabe einer Pistole beteiligt und auch nicht anwesend war.

(fett geschrieben und unterstrichen durch den Autor)

Stimmt, woher die beiden Uwe´s die Waffen denn nun hatten will sie freilich auch nicht gewusst haben und lässt abermals Raum für die kruden und teilweise widersprüchlichen Behauptungen der Anklage sowie dubioser Zeugen wie Carsten S. und Konsorten. Schließlich könne sie als Angehörige der Kerngruppe ja nichts Genaues dazu sagen weil sie das ja nicht mitbekommen haben will…. Sie sehen hoffentlich das Muster das sich hier zwischen Anklage und Zschäpe Aussage / Geständnis ergibt? Die beiden Schriften „bedingen“ gewissermaßen einander und genau das lässt in mir den Verdacht erwachsen das es sich hier eben um eine abgesprochene Sache handelt. Anders wäre das kaum vorstellbar und darüber hinaus wirklich ein fulminanter Zufall wie schön Anklageschrift und Geständnis förmlich ineinander greifen…..

Ach ja, zum Schluss gibt sie freilich noch an auf eventuelle Fragen der Nebenkläger nicht zu antworten, logisch, sonst müsste sie sich in Details verstricken wenn man sie ins Kreuzverhör nimmt und selbst wenn sie diese Fragen schriftlich beantworten würde wäre die Gefahr natürlich viel zu Groß das der ganze Plot auffliegt, schließlich müsste sie Dinge aussagen die sie überhaupt nicht wissen kann! Selbst wenn man unter Zuhilfenahme von Geheimdienstmaterial hier etwas zusammenbasteln könnte wäre die Gefahr viel zu groß das einige der Nebenkläger vielleicht doch etwas tiefergründig nachbohren wie etwa bei den genauen Zeitpunkten der Morde und wann sie davon dann angeblich von ihren beiden Uwe´s erfahren haben will oder ähnliches was auch für die Bundesanwaltschaft dann problematisch werden könnte weil dann ihre Anklage in weiten Teilen ebenfalls als bloße Behauptung dastehen würde.

Und nein, bevor die ganz Schlauen daher kommen und sagen: Hey Sanchez, Du alter Verschwörungstheoretiker, ist doch ganz einfach: die Bundesanwaltschaft hat so super recherchiert und so viele knallharte Fakten zusammengetragen das Zschäpe ja gar nicht anders konnte als dem mehr oder weniger zu zustimmen! Schließlich erhofft sie sich durch diese umfassende Aussage ja ein milderes Urteil!

Sorry, nein, aber wer das so sieht dem kann ich wirklich nicht mehr helfen! Da ist ja das Wahlprogramm der CDU mit mehr Wahrheit versehen als dieses wunderschöne Krimi-Märchen aus tausend und einer Nacht! Die Anklage der Bundesgeschichtenerzähleranstalt ist löchrig wie ein Schweizer, wer bspw. die Leaks vom Blog des mutmaßlichen Whistleblower „Fatalist“ wo regelmäßig Screenshots von Originalakten des BKA veröffentlicht werden anschaut der kann hier sehr schön nachvollziehen das also selbst die Aktenlage innerhalb der Ermittlungsbehörden der offiziellen Story widerspricht…Was ist das also bitteschön dann noch für eine Anklageschrift bzw. was für eine Glaubwürdigkeit hat diese? Richtig, überhaupt keine! Darum ist die sog. „Aussage“ von Beate Zschäpe aus meiner Sicht nichts andere als eine Märchenstunde für ganz Gutgläubige!

In diesem Sinne

Ihr Michael Sanchez

Weiterführende Links:

Verena Becker V-Frau? 

Original Aussage von Beate Zschäpe (von DER WELT Zeitung herausgegeben)

 

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5 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Blumen.

    Blutjogginghose: Nicht vom Schuetzen getragen laut NSU-Ausschuss BW 2015, keine DNA drauf von Mundlos, Doku ARD 2015.

    Paulchenvideo: Schlussbild Heilbronn und Anfangsbild NSU-Netzwerk laut EKHK Dern BKA 2015 im Oktober in Stuttgart erst im Nov 2011 hinzugefügt. War auf den verschickten Videos gar nicht enthalten.

  2. Danke für Deinen Kommentar! Interessante Details die das Ganze natürlich noch deutlicher als reine Märchengeschichte von Beate & Staatsanwaltschaft erscheinen lassen….

  3. ich

    Man könnte Kommas setzen und „dass“ mit zwei s schreiben. Dann liest es sich evtl. besser.

    • Richtig, könnte man. 😉

Trackbacks

  1. Alltäglicher Irrsinn, NSU Märchen und lautes Schweigen | Michael Sanchez Blog

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