„Suchtberichte“ und der wohlmeinende Staat

Diverse psychoaktive Substanzen (Bildquelle: Wikipedia)

Diverse psychoaktive Substanzen (Bildquelle: Wikipedia)

Die jährlichen Berichte der Bundesregierung zum Thema Süchte sind stets ein Höhepunkt staatstragender Fürsorge. Ab und an tue ich mir es an und beschäftige mich damit etwas genauer.

In der Regel liest es sich das Ganze wie ein pädagogisch anmutender Verhaltensbericht über Kleinkinder. Ist doch beinahe putzig wie sich „unser“ Staat um unsere Gesundheit sorgt, der nachfolgende Satz der „Drogenbeauftragten“ lässt allerdings ahnen was dahinter steckt:

„Wir brauchen daher dringend die im Gesetz zur Förderung der Prävention vorgesehene Fortentwicklung der präventiven Gesundheitsuntersuchung, damit gesundheitliche Risikofaktoren  erkannt und behandelt werden.“

Genau! Dass braucht Deutschland dringend! Schnüffelärzte die in den Betrieben herumhuschen und Berichte darüber verfassen wer ihrer Ansicht nach zuviel raucht, wer zuviel trinkt, wer vielleicht auch zu viel zu fettiges isst und damit Übergewicht hat, wer welche Medikamente nimmt usw. usf. Hier wird eine Tür geöffnet zu Dingen und Maßnahmen wo sich viele (sicherlich auch die wo es gut meinen) nicht vorstellen können. Solche Maßnahmen dienen vorallem dazu uns noch durchsichtiger zu machen als wir das ohnehin schon sind. Der gläserne Bürger rückt ein Stückchen näher, nun auch von der gesundheitspolitischen Fürsorgefront eingerahmt wird er bald für die gesamte staatliche Bürokratie so durchsichtig sein wie eine Fensterscheibe. Das Recht auf informelle Selbstbestimmung gibt es dann nur noch auf dem Papier. Was meiner Meinung nach auch das übergeordnete Ziel solcher Vorgehensweisen ist.

Bevor nun die Gutmenschen wieder kommen und hysterisch kreischen: Ja, aber Sucht, Drogenprobleme usw. usf. das ist doch ein ernstes Problem, da muss der Staat doch was dagegen tun! Viele Leute können sich da nicht mehr selbst helfen!

Nun, zuerst einmal sei mir die Frage erlaubt wieso in gewissen gesellschaftlichen Schichten solche Probleme in den letzten Dekaden unterm Strich stets zugenommen haben bzw. wie wahrscheinlich schon immer vorhandene Probleme im Laufe der Zeit zu einem riesigen Politikum aufgeblasen wurden. Ist es nicht viel mehr der allmächtige, omnipräsente Fürsorgestaat der jegliches Gefühl für Eigen- und Selbstverantwortung ausgelöscht hat und den Menschen seit Jahrzehnten predigt das sie sich um nichts zu kümmern haben (nicht einmal um ihre eigene Gesundheit!) denn das würde schon „Vater Staat“ für sie erledigen?! Hat sich hier nicht eine Sozialstaatsindustrie quasi die eigenen „Kunden“ geschaffen in dem man überhaupt kein Interesse daran hat gewisse Missstände langfristig zu beseitigen, sondern sie lediglich gut zu verwalten, ja, zu „managen“? Es wird immer so getan als ginge es um die armen, auf den Bahnhoftoiletten mit der Spritze im Arm liegenden Heroinabhängigen denen hier durch staatliche Regelungen und Maßnahmen irgendwie geholfen werden soll. Vielleicht dient es doch eher zur Gewissensberuhigung von weiten Teilen der Restbevölkerung die sich persönlich freilich nicht dazu herablassen würden solchen Menschen direkt zu helfen sondern sich bequem auf „Vater Staat“ verlassen der sein Heer an Sozialingenieuren in Bewegung setzt und mit Steuergeldern solche Menschen dann zumindest so „verwaltet“ das sie nicht zu sehr die Ruhe der Restbevölkerung stören. Sie meinen das sei zynisch von mir? Wieso denn? Nicht nur im Bereich der Drogenproblematik hat dieser allmächtige Wohlfahrtsstaat es geschafft jegliches Verantwortungsgefühl der Bürger abzutöten! Und ich kann die Menschen sehr Gut verstehen wenn sie sagen: Nun, ich zahle schon dermaßen viel Steuern, da soll und muss sich doch der Staat um solche Dinge kümmern, schließlich darf ich den ganzen Tag dafür rackern und immer nur zahlen, da kann ich mich persönlich um so was nicht auch noch kümmern!

Doch zurück zum eigentlichen Ursprungsthema, wie würde man in einer libertären, liberalen oder meinetwegen freien Gesellschaftsordnung mit den Problemen umgehen die von der „Drogenbeauftragten“ so eifrig vorgetragen und herausgearbeitet werden?

Zu aller erst einmal eine grundsätzliche Feststellung: Ein Großteil jener Probleme mit Suchtstoffen entsteht wenn Menschen heillos verzweifelt sind, dass wiederum rührt in unserer modernen Zivilisation größtenteils aus wirtschaftlicher und damit existenzieller Not her. Diese wiederum wurde und wird zu einem erheblichen Teil vom Staat selbst verursacht. Sprich würde es den Staat zumindest in der Form wie wir in Heute kennen überhaupt nicht mehr geben gäbe es wohl auch einen Großteil jener Suchtproblematiken so überhaupt nicht! Das was dann übrig bleibt wäre eine traditionelle Aufgabe von karikativen Organisationen die in einer freien Ordnung ohnehin eine viel umfangreichere Rolle spielen würde als das Heutzutage der Fall ist. Diese würden sich über Spenden finanzieren und sich um die wirklich schwerkranken Suchtfälle kümmern. Und Diejenigen wo sich einfach partout nicht helfen lassen wollen? Nun, was passiert Heute mit jenen Ausnahmefällen? So hart es nun klingt, ja, sie sterben irgendwann einsam und in der Regel auch noch grausam. Doch können wir es jetzt verhindern? Können wir so etwas überhaupt verhindern? Ich sage dazu mittlerweile klar: Nein, dass konnten wir nie und werden es auch in Zukunft nie können! Wir können nur verhindern das Menschen überhaupt in eine solche ausweglos Situation abgleiten. Das geht wiederum am besten in dem jeder dieselben Chancen hat sein Leben so zu gestalten das er damit Glücklich ist! Und das ist doch die Kernaussage des Liberalismus seit Urzeiten! Wir persönlich können dafür sorgen das wir uns in unserem Umfeld so verhalten das Menschen sich nicht so abgestoßen und ausgegrenzt vorkommen das sie sich selbst derart mit diversen Substanzen volldröhnen das sie daran zu Grunde gehen. Wir selbst sind gefragt was und wieviel wir uns zumuten.

Doch in einer Gesellschaft die dem Super Nanny Staat huldigt stoßen solche Töne in der Regel auf taube Ohren. Lieber schiebt man die Verantwortung für solche wichtigen Dinge an eine anonyme Bürokratie ab und hofft einfach darauf das diese schon das Richtige machen wird. Da nimmt man auch stetig steigende Abgaben und immer dreistere Bevormundung in Kauf. Es dient ja dem „guten Zweck“.

Ein anderes Thema ist das von sog. „Suchtprävention“, diese wird ja auch gefordert, freilich vom Staat organisiert. Doch hätten in einer freien Ordnung nicht gerade jene die bspw. auf zuverlässige Arbeitskräfte angewiesen sind ein ureigenes Interesse daran solche Programme freiwillig selbst zu finanzieren bzw. zu unterstützen? Würden nicht große Konzerne oder Stiftungen sich der Sache annehmen und sich um wirklich hilfebedürftige Menschen kümmern die aus ihrer Suchtproblematik selbst nicht mehr heraus finden? Würden private Schulen und Ausbildungseinrichtungen nicht ganz natürlich von sich aus wirkliche Aufklärungsprogramme (statt politisch eingefärbte Angstkampagnen) auflegen?

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube das die Menschen von sich aus das nicht tun würden, darum müsse es ja der Staat tun, so die gängige Argumentation. Doch das ist schlichtweg falsch und hat mit Objektivität rein garnichts zu tun. Das ist die Denkart wo immer behauptet: Der Mensch ist von Natur aus Böse, Habgierig und Egoistisch. Das dieses Weltbild wissenschaftlich nicht zu halten ist sollte an für sich mittlerweile bekannt sein. Das es immer Menschen geben wird die sich so verhalten sollte auch langsam dem Letzten Sozialstaatsromantiker klar sein. Darum ist die Forderung solche Dinge freiwillig zu gestalten wohl eine der wichtigsten überhaupt. Auch die Legalisierung von solchen Substanzen die momentan kriminalisiert sind und damit den verbrecherischen Drogenkartellen ihre Macht und besonders ihre riesigen Gewinnspannen quasi sogar „staatlich sichern“ müssen wesentlicher Bestandteil eines vernünftigen Umgangs mit dem Problem von potentiellen Suchtstoffen sein.

Befreien wir uns doch von Angst, Vorurteilen und Unwissenheit bevor wir alle am Ende nicht weniger Probleme mit potentiellen Suchtstoffen haben, sondern damit das man unser aller Freiheit wieder einmal eingeschränkt und irgendwann ganz beseitigt hat.

In diesem Sinne

Ihr Michael Sanchez

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: