Die Hoeneß Verurteilung: Der Steuerstaat statuiert ein Exempel

Uli Hoeneß, geopfert im Namen der "Steuergerechtigkeit" (Bildquelle: Wikipedia)

Der Urteilspruch: Drei Jahre und sechs Monate Haft für Uli Hoeneß wegen der Hinterziehung von Steuern in Millionenhöhe. Hier exekutierte der Steuerstaat ein Exempel. Jeder solle begreifen was ihm blüht wenn er es wagt sich dem (staatlich-) räuberischen Kollektiv zu widersetzen. An dieser Stelle ein Zitat das es meiner Ansicht nach auf den Punkt bringt:

Ich habe es noch nie verstanden, warum es Gier genannt wird das eigene, verdiente Geld behalten zu wollen, es aber keine Gier ist, sich das Geld anderer Leute aneignen zu wollen. (Thomas Sowell)

Die Menge grölt wieder im Chor: „Recht so! Am besten gleich 10 Jahre Haft für diesen Verbrecher!“ Es wirkt für aufgeklärte Menschen beängstigend und Irre zugleich wie leicht und wie einfach hier wieder einmal Stimmung gemacht wird. Ich habe mich bereits in der Vergangenheit darüber ausgelassen wieso dieser Steuerstaat an Irrsinn und Ungerechtigkeit kaum mehr zu überbieten ist, der Fall Hoeneß bestätigt das Ganze einmal mehr eindrucksvoll. Für viele Menschen ist es offenbar so schön hier mit der raunenden Masse mitzuschwingen, so toll wenn man sich Mal wieder einige Tage lang politisch korrekt empören darf, Mal wieder so richtig Dampf ablassen. Schließlich gehöre es sich einfach Steuern zu zahlen, diese zu hinterfragen wird von sehr vielen geradezu als Sakrileg aufgefasst. Die „German Volksgemeinschaft“ steht Mal wieder in Reih und Glied und ist angetreten zur großen Massenempörung, die Erben der Firma Streicher und Freisler halten wieder Mal Hof und geben der dumpfen Masse Nahrung. Und selbst aufgeklärte Menschen glauben dass jenes Urteil gegen den „bösen Steuerhinterzieher“ Hoeneß durchaus gerechtfertigt sei. Sie ziehen sich auf die Position zurück das er ja „geltendes Recht“ gebrochen habe. Mit dieser „Logik“ könnte man auch den Schießbefehl in der DDR oder die Nürnberger Rassegesetze als „geltendes Recht“ ansehen, wer sie bricht ist wie das Wort schon sagt dann ein „Verbrecher“. Nur weil etwas als Gesetz daher kommt hat es noch lange nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Wie oft in der Menschheitsgeschichte waren abscheuliche Verbrechen im Namen des gerade „geltenden Rechts“ verübt worden? Wir müssen anerkennen das ein Großteil unseres Rechts schlicht Herrschaftsrecht ist, es dient nicht dazu Gerechtigkeit zu schaffen sondern politische Macht abzusichern. Wieso sollte das bei unserem verkorksten und unübersichtlichen Steuerrecht denn bitte nicht der Fall sein? Bester und zugleich plattester Satz: „Weil Steuern halt dazu gehören!“ Ach ja? Tun sie das? Wieso? Viele argumentieren dass die Steuern eine Art Gebühr für die staatlicherseits erbrachten Dienstleistungen wie etwa Justizwese, Feuerwehr, Polizei, Straßenbau, Bildungswesen etc. seien. Nun, wenn das wirklich der Fall wäre dann wäre der Staat wirklich der mieseste Dienstleistungsbetrieb den die Geschichte je gesehen hat! Der zudem per Gewaltmonopol seine Kunden dazu zwingt seine eigenen Tarife zu akzeptieren und Regeln zu befolgen, ansonsten wird Gewalt angedroht. Sie merken wie perfide das ist? Viele merken das leider nicht und sind regelrecht verstört wenn jemand anderer Meinung ist. Obwohl sicherlich jeder in diesem Land selbst unzählige Beispiele dafür kennt wie ineffizient der Staat ist und wie unlogisch und absurd viele seiner Regeln, doch leider hat der Staat bei vielen unterschwellig eine derart hohe Glaubwürdigkeit das sie nie auf die geradezu ketzerische Frage kämen ob man diverse Dinge nicht sehr viel besser ohne Staat regeln könnte. Zumal wir dann sicherlich keine Abgabenlast von (bei Einbeziehung sämtlicher versteckter Besteuerung, Abgaben und Inflation die auch der „liebe Vater Staat“ verursacht) ca. 70% plus x sondern etwas im einstelligen Bereich hätten. Wenn der Staat sich wirklich nur auf seine wesentlichen Kernaufgaben beschränken würde und tatsächlich nur dafür Geld ausgibt wofür die meisten Bürger denken das er es verwendet, liebe Leser, wir hätten geradezu paradiesische Zustände! Doch auf solch einfache Schlussfolgerungen kommt das brave Durchschnittsteuerschaf eben nicht. Statt Befreiung fordert sie Lemming gleich lieber den Strang für alle die es wagen sich gegen die eigene Ausbeutung zu wehren.

Der Fall Hoeneß wirft noch eine ganz andere Frage auf, die ist meines Erachtens sogar noch viel interessanter, nämlich die was für Strafen eigentlich auf die Verschwendung von Steuergeld steht wenn schon das nicht zahlen von Steuern als Kapitalverbrechen geahndet wird? Dazu lesen sie im deutschen Blätterwald kaum bis Garnichts, höchstens kurze Randnotizen in einigen Wirtschaftszeitungen, die Mehrheit schießt sich auf die Person Hoeneß ein und lenkt damit wieder Mal eindrucksvoll vom Kern der Thematik ab. Was drohen den verantwortlichen Politikern den für Repressalien wenn Sie wie bei S21, BER, Hamburger Elbphilharmonie oder dem Nürburgring Projekt Milliarden Steuergeldgräber schaffen? Wurde für die schlappen ca. 20 Milliarden die der ohnehin nach der Meinung vieler Experten völkerrechts- und grundgesetzwidrige Kriegseinsatz in Afghanistan bisher gekostet hat der Bundestag kollektiv in U-Haft genommen wegen des Verdachts der „schweren Steuergeldverschwendung“? Bisher ist mir nichts bekannt, wenn sie aber als kleiner Bürger oder eben als Unternehmer wie Herr Hoeneß im Dschungel des bundesdeutschen Steuerrechts sich verirren werden sie gnadenlos vor den Richter gezerrt, verurteilt und kriminalisiert. Das immer wieder Leute versuchen Ihr Eigentum, ihr Einkommen, dass was sie wie auch immer verdient haben vor dem Zugriff des Staates zu sichern ist ein logischer Schritt, reine Notwehr gegen einen allmächtigen Raubstaat der immer ungenierter in die Taschen seiner Bürger grabscht. Und das hat nichts damit zu tun das dieser böse Mensch einfach ein unsozialer Arsch ist der seinen Mitmenschen nicht helfen will, nein, warum sollte er auch? Ein Staat der seit Jahrzehnten penetrant behauptet das er durch seinen allmächtig aufgeblähten Sozialstaatsumverteilungsbürokratieapparat „Gerechtigkeit und Gleichheit schaffen kann“ braucht sich nicht zu wundern wenn der Einzelne sich für Niemand mehr verantwortlich fühlt, schließlich gibt es dafür den Staat der kassiert ohnehin nur noch, der soll das regeln, so denken viele, nicht zu Unrecht wie ich finde. Der Sozialstaat wie wir ihn kennen tötet freiwilliges soziales Engagement und Verantwortungsgefühl systematisch ab, er suggeriert das der Staat sich schon darum kümmern wird, was er freilich noch nie konnte. Aber genau unter jenem Vorwand den Leuten Steuern dafür abverlangt, hier denken die Leute alle sehr marktwirtschaftlich ohne es zu merken. Nämlich das Prinzip das sie für eine Gebühr auch eine entsprechende Leistung vom Staat einfordern, wie bei jedem x-beliebigen Unternehmen auch. Doch der Staat ist eben kein Unternehmen, er ist eine ominöse Körperschaft die über den für Normalos geltenden Recht steht bzw. er selbst ist der Gesetzesersteller, Gesetzeseinhalter und Vollstrecker in einer Person, sie können sich ausdenken wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist das er sich selbst erfolgreich verklagt oder für irgendetwas zur Rechenschaft zieht. Darum ist ein Sozialstaat immer ein sich selbst immer mehr vergrößernder Moloch der immer mehr Steuergeld braucht um in erster Linie sich selbst zu finanzieren, nicht etwa Leistungen für den Bürger. Das verstehen leider sehr viele Menschen nicht bzw. sie haben keinen Durchblick oder gar Einblick in das Dickicht staatlichen Irrsinns. Was sie ja vermutlich auch garnicht haben sollen, dass würde den Herrschenden nämlich dann doch zu gefährlich werden.

Sicherlich werden die Hardcore Steuergläubigen jetzt wieder einwenden: Ja, aber das alles rechtfertigt doch nicht das dieser gierige Hoeneß sich so viel Geld in die Taschen steckt, die hätte er ja zahlen können, so viel kann er alleine in seinem Leben doch garnicht ausgeben! Das ist so ziemlich das letzte und wohl auch unterirdischste Pseudoargument das man dann hört. Erstens wie viel er ausgeben kann und für was und warum, mit Verlaub, dass geht „uns“ einen Scheiß an, dass hat jeder selbst zu entscheiden. Zweitens, was erdreisten sich eigentlich manche Menschen wenn sie festlegen möchten ab welchem Geldbetrag ein einzelner Mensch „genug Geld“ hat? Woher die Anmaßung darüber Bescheid zu wissen? Was ist „genug Geld“? Ein, zwei oder zehn Millionen Euronen? Es ist die typische Anmaßung die sonst nur der Staat gegenüber seinen Bürgern besitzt die diese nun offenbar auch untereinander anwenden, offenbar ist das wie ein ansteckender Erreger. Es ist auch hier die Sache von jedem Einzelnen zu entscheiden ab wann er genug Geld verdient hat, dass hierüber das „allwissende Kollektiv“ entscheidet ist Sozialismus pur, denn auch hier wird dann die Enteignung durch Mehrheitsbeschluss sozusagen legitimiert, dass hat mit sicheren Eigentumsrechten oder Rechtstaatlichkeit überhaupt nichts zu tun. Leider scheinen solche grundlegenden Ansichten und Erkenntnisse für sehr viele Menschen mittlerweile Fremd zu sein, es ist ein Wahn der in Deutschland grassiert, der Wahn von Neid und Missgunst gegen alle die „Mehr“ haben als man selbst. Ich dachte eigentlich diese finsteren Zeiten seien bei uns vorbei, doch im Zuge der Krisen der letzten Jahre scheint dieser Ungeist wieder aus den Gulli der Geschichte empor zu steigen. Heraufbeschworen von machtbesessenen, verantwortungslosen und nur auf ihren eigenen Machterhalt ausgerichteten Politapparatschicks die mit den niederen Instinkten und Urängsten der Menschen spielen. Wer mit Neid und Missgunst Politik betreibt der braucht sich nicht wundern wenn er am Ende für Enteignung, Unrecht, Unfreiheit und Unterdrückung erreicht.

Ich persönlich wünsche mir das in diesem Land endlich Mal eine Debatte parallel zu den sog. „Steuerverbrechen“ von Herrn Hoeneß geführt wird die sich um Steuerverschwendung durch die politische Klasse dreht! Oder wie sieht es mit der persönlichen Haftung bei jenen Politikern aus? Haften die auch für ihren eigenen Pfusch wie jeder kleine Handwerker oder Mittelständler? Übernehmen Sie Verantwortung dafür wenn Sie wiedermal Millionen an geraubten Geld, Entschuldigung, ich meinte natürlich Steuergeldern verballern für irgendwelche völlig sinn- und verstandsfreien Projekte?

In diesem Sinne Ihr

Michael Sanchez

P.S. Siehe hierzu auch einen sehr gut gelungener Artikel von Alexander Benesch zum Thema HIER

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