Das Dschungelcamp

Das Dschungelcamp! RTL Promi Recyclinganlage (Bildquelle: Wikipedia) Ja, ich gebe zu das ich mir die erste Sendung der neuesten Staffel der berüchtigten RTL Show „Das Dschungelcamp“ angesehen oder sollte ich besser sagen angetan habe 🙂

Das mag für einige Dekadent klingen aber ich habe mich köstlich amüsiert. Nicht weil ich diese idiotischen und masochistisch anmutenden Ekelprüfungen irgendwie ansprechend fand. Nein, alleine die aberwitzigen und größtenteils völlig durchgeknallten Charaktere und deren abenteuerliches Verhalten fand ich zum schießen! 🙂 Diese ganzen möchte gerne Promis, auch C oder besser Z Promis genannt, mit ihren Allüren, Neurosen und psychischen Verhaltensstörungen, ein Genuss! Sie meinen ich bin Zynisch? Nein, diese Leute wo sich das völlig freiwillig antun sind zu sich selbst zynisch oder zumindest so desolat das sie für Geld alles tun würden. Beispielsweise diese Larissa von der ich bisher nie etwas gehört habe (angeblich ist sie ein Modell??) und sich aufführt wie eine verwöhnte Prinzessin mit ihren Kreischattacken und Ausdrucksweisen die ein Männerstammtisch nicht hätte besser absondern können. Auch der berühmt-berüchtigte Schlagersänger „der Wendler“, wohl der einzige der wenigstens halbwegs wirklich einen gewissen Bekanntheitsgrad hat, war sich nicht zu Schade für gleich zwei Grammy verdächtige Tränennummern.  Es ging beide mal um die große Verschwörung der Medien gegen den armen Wendler. Mal davon abgesehen das ich all diesen aus dem Showgeschäft oder zumindest der Medienwelt stammenden Figuren es abspreche in einem Fernsehevent wie es das Dschungelcamp nun einmal ist auch nur einen einzigen Gesichtszug „zufällig“ entgleiten zu lassen, war diese Nummer von Wendler doch irgendwie beinahe tragisch.

Der zweite Höhepunkt ist das sich selbst so angeblich Prominente Geister vorallem mit einem sehr menschlichen Thema beschäftigen: Der tägliche Stuhlgang in allen Variationen. Richtig gelesen, auch ich dachte ich habe mich verhört oder mein Rotwein war versetzt mit LSD, doch diese Lapissa, pardon, Larissa berichtete ernsthaft Lautstark das sie ohne einen entsprechenden Kaffee am Morgen erhebliche Probleme beim Losködeln hat. Auch der „möchte-gern-ein-Stardesigner sein“ und Opfer von Wendlers Emotionsanfällen „F.M. Stöckel“ philosophiert in der zweiten Sendung dann über Verstopfungsprobleme. Vielleicht dachten die PR-Berater jener geistigen Höhenflieger das dieses wohl urmenschliche Thema beim Publikum besonders wirkt, man weiß es nicht.

Die permanenten Ausfälle jenes Model-Imitats Larissa fand ich anfänglich komisch, dann erschreckend. Es war für jeden Zuschauer und wohl auch jeden Camp Insassen zu sehen das hier ein schwer psychisch gestörter Mensch vor einen Millionenpublikum vorgeführt wird. Wäre Larissa ein Orang-Uta gewesen hätte es sicherlich Greenpeace auf den Plan gerufen, bei Menschen ist das doch ein Fall für Amnesty International oder vielleicht einfach nur für einen fähigen Psychiater… Doch halt, gibt es überhaupt psychisch kranke Affen? Wahrscheinlich nur wenn sie sich zu lange unter Menschen aufgehalten haben, besonders unter jenen wie Lapissa und Co.

In der zweiten Sendung zog dann (oh welch „Überraschung“) der eben sich noch so mitfühlend gebende Wendler aus dem Camp aus und Larissa widmete sich diversen Urinalen Fragen und vorallen ihrer immer offener zu Tage tretenden Persönlichkeitsstörung. Das Publikum wählt sie daraufhin sadistisch und zuverlässig zu immer neuen Horrorprüfungen und das abgehalfterte Modell le Lapiss merkt nicht das sie sich durch ihr absolut kleinkindliches Verhalten zielsicher selbst in jeden neuen Dschungelnapf steuert. Das die anderen im Camp neben der Fäkalfee Larissa, dem nun geflüchteten „Gefühlsmensch“ Wendler und dem einstigen nicht ganz so großen MTV Starmoderator Mola beinahe blass wirken, wird sich wohl erst dann ändern wenn die anderen ganz tief in die rhetorische Plumpsklogrube greifen, um es einmal bildlich auszudrücken. Nicht zu vergessen die wortwörtlich heißeste Nummer im Camp: die Ex-Erotikfilmdarstellerin Melle Müller. Diese besticht mit ostdeutscher Bodenständigkeit und Zonen üblicher Einfachheit und liebt es sich an ihrer Busenfreundin Larissa emotional und damit auch fernsehtechnisch wertvoll hochzuziehen. Wenn sie so weiter macht wird sie am Ende noch eine Favoritin für den Thron der Dschungelkönigin. Denn nur die Harten kommen bekanntlich in den Garten, um es mit den Worten einer nicht weniger minderbemittelten Fernsehshow auszudrücken. Denn wer den Sadistenwettlauf übersteht dem winkt nicht weniger als die Krone des Dschungels und vorallem nicht unerhebliche Folgeaufträge für diverse Medienfirmen die für die Restvermarktung des Dschungelkönigs zuständig sind.

Als kurzer Einwurf sei mir angemerkt das jene Shows a la Dschungelcamp übrigens auch der beste Beweis sind das eine Demokratie, also die Mehrheit entscheidet, zwangsläufig in den Wahnsinn führt. Am Ende müssen alle alles schlucken, um in der Sprachwelt des Camps zu bleiben. Man bemerkt das dem Sadismus der Masse keine Grenzen gesetzt sind, die armen Patienten im Dschungel müssen sich der Mehrheitsentscheidung beugen, so ekelhaft oder gar psychologisch schädlich diese für sie auch sein mögen. Immerhin haben die dort die Möglichkeit dem zu entfliehen in dem sie schreien: Ich bin ein Star, holt mich hier raus! Was können wir als Bürger im System der BRD tun? Laut schreien: Ich bin ein Steuerzahler, bitte holt mich irgendwer hier raus? Doch leider kommt da niemand, nicht Mal ein Helfer Team von RTL, mit denen habe ich nämlich keinen Vertrag.

Im allgemeinen darf angenommen werden das solche Shows mit vollem Kalkül der Macher genau so aufgezogen sind wie sie dann nun mal eben sind. Sie sprechen unsere niedersten Instinkte an. Unseren Voyeurismus, unsere Ekelgefühle und das immer wieder gute Gefühl der Schadenfreude wenn man selbst mit einer Packung Chips auf der bequemen Couch sitzt während andere Insekten essen und mit Vogelspinnen planschen gehen müssen. Interessant ist ja auch das dieses Dschungelcamp tatsächlich als eine Art „Recycling-Anlage“ für verheizte Ex-Promis taugt oder aber als Brandbeschleuniger für solche die überhaupt erst Prominent werden möchten. Zur Belustigung taugen Sie allemal finde ich, nein, hier wieder den erhobenen, moralischen Zeigefinger heraus holen halte ich für völlig überzogen. Wer das nicht mag der kann ja gerne umschalten oder ganz ausschalten.

Ja, ich weiß, überall, (nun sogar auf meinem Blog 🙂 ) wird über dieses Camp berichtet. Als ob es das wichtigste Ereignis seit der Körnung, äh, Erstwahl unser aller Kanzlerin Merkel ist. Doch dieselben Medien berichteten auch Jahrzehntelang über das Waldsterben, die Erderwärmung und das es keine Bilderberg Konferenz gibt. Wieso sollten wir diese Medien also nun bei so was ernst nehmen? Oder haben Sie das etwa bisher getan?

Herzlichst

Ihr Michael Sanchez

P.S. Ich kann übrigens jedem die regelmäßig auf seinem Facebook Profil veröffentlichten Kritiken über das Dschungelcamp des berühmt-berüchtigten Fernsehkritikers Oliver Kalkofe nur wärmsten empfehlen!

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