Einige Gedanken zum Thema Berechtigungswesen

Anarchokapitalistischer Autor und Gestalttherapeut Stefan Blankertz (Bildquelle: buchausgabe.de)Ein Thema das ich in einem Interview der Sons of Libertas mit dem bekannten arnacho-kapitalistischen Autor Stefan Blankertz hörte und mich darauf folgend beschäftigte ist das sog. „Berechtigungswesen“.

Viele werden fragen: Was ist den um Himmelswillen das „Berechtigungswesen“? Nun, im Duden steht unter dem Begriff folgendes: Bürokratische Ordnung, in der nur durch Prüfungen erworbene amtliche Befugnisse gewertet werden. Das heißt das nicht jeder den Beruf den er gerne ausüben möchte oder zudem er sich berufen fühlt ausüben kann bzw. sich darin versuchen kann ohne zuvor eine staatlich-bürokratische Berechtigung dafür erhalten zu haben. Dies wird in Form eines Diploms, Zeugnisses oder eines sonstigen Nachweises erteilt. Wenn man die dafür festgelegten Hürden genommen hat. Diese Vorgehensweise, dass gesamte Berechtigungswesen insgesamt schränkt sehr früh die Menschen in ihrer Entscheidungsfreiheit massiv ein. Wenn einer bspw. von Natur aus ein sehr guter Handwerker ist, Clever und Einfallsreich, aber leider kein guter Leser und Schreiber, so hat er große Not im staatlichen Berechtigungswesen zu seinem Traumberuf zu gelangen. Es entscheidet also hier in seinem sehr frühen Stadium der persönlichen Entwicklung wieder ein Mal eine Bürokratie darüber wer, was, wie und weshalb an Berufen ausüben kann bzw. darf. Man sperrt damit die Menschen in Schubladen und erzeugt damit bereits in jungen Jahren frustrierende Erlebnisse. Man zeigt ihnen in jungen Jahren wie fremdbestimmt sie in ihrem Leben eigentlich sind. In wie weit diese sich im späteren Leben dann massiv negativ auswirken ist meines Wissens bis Heute nicht erforscht.

Gerade in Deutschland hält man ja bekanntlich viel von seinem Berufsschulwesen, dem sog. „dualen System“. Der Mischung von schulischer Bildung und praktischer Ausbildung in den Betrieben. Davon abgesehen das dieses System ja so ganz sinnvoll klingt basiert es doch leider auch auf den Grundlagen jenes Berechtigungswesen. Es wäre nichts dagegen einzuwenden wenn sich die Menschen raussuchen könnten ob sie zur Erlangung ihres Berufes eben das staatliche Bildungssystem nutzen oder ein anderes, privates bzw. von Betrieben selbst organisiertes Verfahren wählen. Doch das lässt der deutsche Obrigkeits- und Beamtenstaat so nicht zu. Zwar gibt es in den großen Betrieben ohnehin diverse interne Schulungsmaßnahmen die jene frisch ausgelernten „Azubis“ für die Praxis im eigentlichen Betrieb schulen, doch darf dies alles lediglich als Ergänzung, keinesfalls als Ersatz für staatliche Berufsbildungseinrichtungen gesehen werden. Der Staat hat hier wie in vielen Bereichen eine quasi Monopolstellung.

Doch wie sähen die Alternativen dazu aus? Schließlich ist der Normalbürger in Deutschland an für sich Stolz wie Bolle auf „sein“ Bildungs- und besonders Berufsbildungswesen. Einst von den Nationalsozialisten im Zuge der Politisierung und Ideologisierung der Betriebe und Bildungseinrichtungen verschärft und ausgebaut, hat das Berechtigungs- und Berufsschulwesen in Deutschland die DDR überlebt und in der BRD ein relativ unbemerktes Dasein genossen, keiner hinterfragte es wirklich ernsthaft. Wohl weil die meisten Kritiker ebenfalls gläubige Staatsjünger waren. Wie sollte ein solcher wirkliche Fundamentalkritik an diesem staatlichen Zwangssystem üben ohne dabei selbst sein Gesicht und seine Glaubwürdigkeit zu verlieren? Von daher dürfte im deutschsprachigen Raum der bereits erwähnte anarcho-kapitalistische Autor Stefan Blankertz einer der fundamentalsten Kritiker sein, der zudem wirklich mit fundierten Argumenten aufwartet.

Meine Kritik richtet sich besonders gegen die staatliche Bevormundung durch eine bürokratische Klasse die sich erdreistet in die persönliche Lebensführung und Gestaltung einzugreifen. Eine Alternative zum staatlich-bürokratisch organisierten Berechtigungswesen würde ähnlich aussehen wie wir es bspw. in einigen Grundzügen Heute noch in den USA sehen können. Wer in Deutschland einen x-beliebigen Arbeiter einstellen möchte um ihn für einen x-beliebigen Beruf einzusetzen der wird in aller Regel (ein Mal abgesehen von einfachen Hilfstätigkeit, wobei schon die Arbeit als Putzkraft gewisse staatliche Auflagen mit sich bringt..) sich zuerst durch die staatlichen Verordnungen und Vorschriften kämpfen müssen um nicht später eine böse Überraschung zu erleben. Anstatt es den einzelnen Unternehmen zu überlassen wie sie das regeln greift hier der bevormundende Staat ein und meint es wieder ein Mal besser zu wissen. Das alles wird immer flankiert von der gebetsmühlenartig wiederholten Phrase das dies ja alles „zum Schutz“ des jeweiligen Angestellten / Arbeiters passieren würde, da dieser sich gegen den „allmächtigen“ Unternehmer alleine nicht durchsetzen könne. Wenn hier jemand eine auf seinem Gewaltmonopol begründete Allmacht besitzt dann ist es wohl der Staat selbst und sonst Niemand anders! Und für die ganz Schlauen unter uns sei gesagt das die gesamten Regeln des Berechtigungswesen wieder ein Mal nicht die ach so „bösen“ Großkonzerne trifft, denn diese können sich in der Regel entsprechende Fachkräfte leisten und haben genug Ressourcen um sämtliche Vorschriften einzuhalten. Ja, für viele ist es dann sogar ein Wettbewerbsvorteil gegenüber kleinen- und mittelständischen Unternehmern weil jene sich die teuren und zeitaufwendigen, von der Bürokratie aber bindend vorgeschriebenen, Maßnahmen nicht leisten können. Oder sie machen es trotzdem (ergo „nicht nach Vorschrift“) und müssen jeden Tag damit rechnen von staatlicher Seite eine entsprechende Bestrafung zu bekommen. Daher sieht man das wir eben nicht in einer kapitalistischen, freien marktwirtschaftlichen Ordnung leben, sondern in einer Art des Kooperatismus. Der Verbindung, der Kumpanei, zwischen Megakonzernen und Staat. Letzter besitzt durch sein Gewaltmonopol die Möglichkeit entsprechende Gesetze, Verordnungen und ähnliches zu Gunsten jener Großkonzerne durchzusetzen. Wer dagegen aufbegehrt wird sofort zum „Gesetzesbrecher“, Sie können die Logik hier erkennen nehme ich an? Das Berechtigungswesen ermöglicht es Staat und mit ihm verbundenen Konzernen Regelungen zu entwerfen um ein Großteil von potentieller Konkurrenz von Vorn herein auszuschließen. Der so „bereinigte“ (rest-) freie Markt kann dann von jenen großen Playern in aller Ruhe dominiert und beherrscht werden.

Von daher wäre eine fundamentale Reform bzw. gänzliche Abschaffung des sog. Berechtigungswesens ein guter Anfang um den Bürgern in diesem Land wieder etwas mehr Luft zu verschaffen. Es bleibt doch schließlich dem Einzelnen überlassen wie er sein Geld verdient und jeder einzelne Unternehmer muss für sich entscheiden wen er für wie berufen hält. Ober er das durch eigene Tests (Was in vielen Betrieben vor der Einstellung mittlerweile ohnehin Pflicht ist!) oder eigene Ausbildungsprogramme durchführt ist dabei seine freie Entscheidung. Schließlich trägt er als Unternehmer auch die Verantwortung dafür. Wieso geht hier der Staat dazwischen? Ich denke das Berechtigungswesen ist ein alter Zopf wo in einer modernen Gesellschaftsordnung nichts zu suchen hat, ähnlich übrigens dem Zunftwesen das in Form von Industrie- und Handelskammern beispielsweise bis Heute fort existiert, doch das ist noch Mal ein Thema für sich.

Zum Abschluss möchte ich einfach festhalten das wir mittlerweile in so vielen Bereichen unseres Lebens, wie hier von Anfang unseres Berufslebens an, von staatlichen Regelungen, Behörden, Vorschriften, Gesetzen und Zwangsmitmachveranstaltungen gezeichnet sind das es sich lohnt darüber einmal nachzudenken. Viele werden erschrecken wie weit sich die Staatskrake bereits in unser Leben eingeschlichen hat. Und viele werden vielleicht erstaunt sein darüber.

Mit vorweihnachtlichen Grüßen

Ihr Michael Sanchez

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