Die Angst der deutschen vor der Freiheit

Gibt es sie wirklich? Die Angst der Deutschen vor der „ungeregelten“ Freiheit? Nun, alleine diese Wort „ungeregelt“ hat offenbar für viele Deutsche Ohren einen schrecklichen Laut. Wir sind regelrecht versessen auf Gesetze, Verordnungen, Vorschriften und Normen für alles und jeden. Der liberale Kabarettist Vince Ebert beschrieb dies vor kurzem in einem Gastbeitrag für Welt Online folgendermaßen:

….Daher sind wir wahrscheinlich so versessen auf Richtlinien und Paragrafen. „Was halten Sie vom Gravitationsgesetz?“ „Auf jeden Fall beibehalten!“ Alles ist penibel geregelt. In einer Informationsbroschüre des Lehrerverbandes Hessen las ich einmal: „Besteht ein Personalrat aus einer Person, erübrigt sich die Trennung nach Geschlechtern.“…..

Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Wie ein kleines Kind das Angst hat ohne Stützräder zu fahren und lieber noch ein paar Monate damit fährt um letztendlich zu begreifen: Hey, ich kann ja Fahrrad fahren ohne umzufallen, obwohl überhaupt keine Stützräder mehr dran sind! Dieses Aha-Erlebnis in Sachen Freiheit fehlt den Deutschen kollektiv bis zum heutigen Tag. Wir wollen alles in kleine Karo-Kästchen hineinstampfen und alles regeln und in Paragraphen gießen bis wirklich kein Millimeter mehr dazwischen frei und alles fest zementiert ist. Damit da ja nicht was durchsickert. Damit da nichts „unkontrolliert“ abläuft.

Ich habe mir oft überlegt woher das kommt. Ist es die Angst das etwas „unkontrolliert“ ohne unser eigenes zu Tun abläuft? Dabei ist es eine irrige Annahme alles kontrollieren zu können, in der Psychologie bezeichnet man solch ein zwanghaftes Verhalten als Kontrollsucht. Doch dies wäre ja wiederum nur ein Symptom, nicht die Ursache dafür. Ich denke hier laufen verschiedene Faktoren in einander. Zum einen die Sehnsucht nach Regeln in der Form das sie scheinbare Stabilität vermitteln und zugleich eine sehr einfache und leicht nach zu ahmende Form der persönlichen Lebensführung sind. Sie wurden uns mit Bismarck seit Gründung des deutschen Reiches und dem beginn des wilhelminischen Obrigkeitsstaates eingetrichtert. Das Ganze wurde hübsch mit dem Begriff „Sozialstaat“ garniert um die Arbeiterschaft in der Zeit der industriellen Revolution hinter sich zu bringen. Mit diesen Vorgängen wurde der Irrglaube geboren das die Obrigkeit es ja im Prinzip Gut mit uns meint. Wer das immer noch glaubt, der glaubt sicherlich auch noch an den Osterhasen oder das Monster wo unter seinem Bett wohnt. Diese Obrigkeit, diese selbsternannte Elite meint es nur so weit mit uns „Gut“ wie wir ihnen Nutzen. Mehr nicht. Für sie wäre unsere Freiheit eine Katastrophe weil sie dadurch ihre Machtpositionen verlieren würden.

Ein weiterer Faktor neben den Auswirkungen des wilhelminischen Obrigkeitsstaates dürfte die bewegte Geschichte der Deutschen sein. Zwei Weltkriege wo wir mitten drin statt nur dabei waren, in einem sogar quasi vollkommen vernichtet. Danach die Deutsche Trennung, der kalte Krieg. Die ständige Unsicherheit und Gefahr der totalen nuklearen Vernichtung im Nacken sind wir süchtig nach (scheinbarer) Sicherheit geworden. Wir sind zu einem Volk von Angsthasen und vergrämten, pessimistischen Jammerlappen mutiert. Wir haben es uns in unserem muffigen Wohnzimmer vordergründig gemütlich gemacht und harren der Dinge die da sicherlich noch auf uns zu kommen werden. Doch eines tun wir bestimmt nicht: handeln, kritisch oder überhaupt denken, etwas verändern. Gott bewahre uns davor! Als nächstes noch eigenverantwortlich leben und denken? Pfui Deibel! Vater Staat steh uns bei!

Wir trennen lieber den Müll auch wenn es noch so unsinnig und unlogisch ist. Wir befolgen jede noch so kranke Steuervorschrift anstatt diesen Raubrittern die kalte Schulter zu zeigen und kollektiv den Gehorsam zu verweigern für diesen dreisten Raub an unserem Eigentum. Wir zahlen GEZ „Demokratieabgabe“ um uns danach dann von den staatlichen Medien Lügen verkaufen zu lassen. Wir wählen seit Jahrzehnten in abwechselnden Farben dieselben freiheitsfeindlichen Politiker um anschließend uns kurz zu empören bevor wir weiter rackern um eben jene zu finanzieren. Wir sind zumindest teilweise schlichtweg Schizophren geworden und leiden offenbar auch kollektiv an Alzheimer und Wahrnehmungsstörungen.

Vielleicht ist das Ganze auch nur eine form von „reality Kabarett“, wer weiß, so eine Art Truman Show auf Deutsch. Ich warte immer noch auf den Tag wo bei einer Bundespressekonferenz urplötzlich ein Regie-Assistent mit einer RTL Schirmmütze erscheint und sagt: „Nein, Stopp, Frau Merkel, dass drehen wir noch Mal, so geht das nicht. Es muss schon ein bisschen realistisch wirken“ Oder wenn der Chef Nachrichtenverkäufer der Bundesregierung, seine öffentlich-rechtliche Scheinheiligkeit Herr Claus Kleber plötzlich unterbrochen wird und eine junge Dame vor die Kamera tritt und gratuliert: „So, lieber Zuschauer, sie haben nun nach 68 Jahren öffentlich-rechtlicher Vorführung und Dauerberieselung die einmalige Gelegenheit zwei nagelneue iPads zu gewinnen wenn sie folgende Fragen richtig beantworten.“

Doch leider passierte beides bisher nicht. Aber die Hoffnung stirb auch bekanntlich zuletzt.

Herzlichste Grüße und gute Besserung Ihr

Michael Sanchez

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