Kommentar zur Papstwahl

Der neue Papst Jorge Mario Bergoglio nun Franziskus genannt, wird sicherlich in naher Zukunft noch für Gesprächsstoff sorgen.

Freilich könnte man nun anmerken ob es wirklich so interessant ist welches Oberhaupt da nun von jener christlichen Gemeinschaft Namens katholische Kirche gewählt wurde. Doch muss man als Realist anmerken das die katholische Kirche mit ihrer Jahrhunderte langem Bestand immer noch ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor auf der Welt ist. Alleine durch das gigantische Netzwerk von Gläubigen, Priestern, Orden, Missionarstationen u. ä. das den gesamten Globus umspannt und beinahe in jeden noch so abgelegenen Winkel der Erde reicht macht den Vatikan zum Mittelpunkt und der Zentrale des wohl am besten informierten politischen Apparates (bzw. Geheimdienstes..) der Welt. Daher richte auch ich mein Augenmerk auf den neuen Papst.

Zuerst stelle ich fest das Jorgen Marion Bergoglio ein Jesuit ist und sich in Argentinien massiv gegen Liberalisierungsbemühungen in Staat und Kirche stellte. In einem Brief von 2010 an die argentinische Regierung wetterte er gegen die gleichgeschlechtliche Eheschließung:

„Lasst uns nicht naiv sein, wir reden nicht von einem einfachen politischen Schlagabtausch; es ist eine destruktive Anmaßung gegen den Plan Gottes. Wir reden nicht über ein bloßes Gesetz, sondern eher eine Intrige vom Vater der Lügen, welche die Kinder Gottes zu verwirren oder zu täuschen versucht.“

Also ob das nicht jedermanns Privatsache ist und sowohl Staat wie auch Kirche hier an für sich überhaupt nichts zu melden haben. Doch auch solche Gedanken scheinen ihm Fremd zu sein. Auch hier wird deutlich wofür dieser neue Papst sicherlich nicht stehen wird. Zudem wird ihm eine nicht ganz klare Rolle im Zusammenhang mit der einstigen Militärjunta Argentiniens nachgesagt. Viele Quellen einschließlich dem Wikipedia Eintrag sprechen von einem Arrangement zwischen der Junta und Bergoglio. Dort steht unter anderem:

Während der Militärdiktatur kam es zu weiteren Entführungen und Misshandlungen von Seminaristen, Mitarbeitern des Colegio Máximo San José und politischen Aktivisten in San Miguel, einige davon unter Beteiligung des Jesuitenpaters Martín González. Betroffene und Zeitzeugen sind der Ansicht, dies hätte nicht ohne das Wissen Bergoglios geschehen können, der während seiner Amtszeit als Ordensprovinzial seinen Sitz im Colegio Máximo hatte.

Ich meine damit steht er doch in bester Tradition der Jesuiten und der katholischen Kirche insgesamt. Diese haben es doch seit Jahr und Tag verstanden sich mit allen möglichen politischen Systemen und übelsten Tyrannen stets „zu arrangieren“. Wer etwas über die Jesuiten erfahren möchte dem sei googeln schwer empfohlen. Ich persönlich stelle diese Organisation in eine Reihe mit erzkonservativen, rückständigen und dubiosen Organisationen wie dem Opus Dei. Es sind verschworene Gemeinschaften (in der Regel sogar mehr oder weniger „Männerbünde“) in den bis zum heutigen Tag der Geist der Unterwürfigkeit und des Mittelalters weht. Auch wenn sie nach außen hin mit mildtätlichen Arbeiten und Armenfürsorge auftreten, so spielen sie immer innerkirchlichen Machtkampf eine ganz und gar nicht Ruhmreiche Rolle. Wenn es nach diesen Leuten ginge dann würden wir alle wieder Untertanen werden die sich um der „Gnade Gottes“ erbarmen müssen. Geleitet von der strengen Hand der „Vertreter Gottes auf Erden“. Entschuldigung, nein, da hört es bei mir auf. Das Mittelalter ist Gott sei Dank vorbei! Die autoritäre und zutiefst unfreiheitliche und Anti-Individualistische Kirche muss zwangsläufig einem libertären Menschen Suspekt erscheinen. Schließlich vertritt auch die römisch katholische Kirche einen Art Kollektivismus der die individuelle Freiheit des Einzelnen seit Jahrhunderten mit Füßen tritt.

Es ist beinahe witzig das die Mainstream Medien ernsthaft von einem „unbequemen neuen Papst“ (Zitat aus dem Sender Phönix wenn ich mich recht entsinne) berichten. Wo bitte ist dieser Jesuiten Zögling „unbequem“? Oder Sätze von offensichtlich völlig unwissenden Kommentatoren wie die Sinngemäß lauten: „Na der wird aber Mal aufräumen im Vatikan“ oder „Er muss den Apparat der Kirche wieder in Gang bringen“. Selten so gelacht! Der Vatikan ist doch seit Jahrhunderten Schauplatz von allen möglichen Intrigen, Meuchelmorden und politischen Verschwörungen schlechthin. Die Machtklüngelei der Kardinäle ist Filmreif. Glaubt hier jemand wirklich man kommt dort „einfach so“ auf den Stuhl Petri? Guten Morgen Ihr Schlafschafe! Der wird Mal ganz Platt ausgedrückt einen Teufel tun um dort auch nur irgendwas „aufzuräumen“ oder „auszumisten“. Pustekuchen liebe Gutgläubigen! Wenn er das macht wird er garantiert nicht lange Papst sein oder sicherlich einen „urplötzlichen“ Herzinfarkt bekommen….

Nein, für mich ist die katholische Kirche und deren undurchsichtige Strippenzieher hinter den vatikanischen Mauern kein erhaltenswertes Gebilde. Diese Leuten stehen gegen eine freie Gesellschaftsordnung, sie sind Gedanken verhaftet die sich längst als überholt erwiesen haben. Diese Kuttenträger haben jede Glaubwürdigkeit verspielt und wollen am liebsten so leben und handeln wie noch für 500 Jahren. Und wenn dazu ein paar Scheiterhaufen brennen wäre das auch nicht verkehrt. Schließlich „vergibt und erlöst“ Gott ja dann deren „arme Seelen“. Sie haben stets immer versucht die Menschen mit Angst zu regieren und zu beeinflussen. So etwas kann ich nichts Gutes abringen. Bei allem sozialen Engagement der Kirche. Was im übrigen ohnehin größtenteils von der Basis der Gläubigen getragen wird und nicht von den Herrschaften im Vatikan.

So wird auch der neue Papst libertären Grundwerten wohl nicht Gerecht werden. Hierzu ein Zitat aus dem Focus Artikel wo eigentlich für einen Libertären schon alles sagt: „Franziskus gilt als Gegner der Marktwirtschaft und Fürsprecher der Armen.“  Bezeichnend das auch er dem Irrglauben aufsitzt eine echte freie Marktwirtschaft richte sich gegen die Armen, dabei würden gerade die schwächsten von wirklich freien Märkten u. stabilen Währungen profitieren. Also herrscht auch in ökonomischen Fragen Blindheit auf ganzer Breite.
Die katholische Kirche steht also weiterhin für Rückwärtsgewandtheit und Erstarrung, sie ist ein Machtfaktor in der weltlichen Politik, aber einer den man stets kritisch im Auge behalten muss.

Ich möchte zum Schluss festhalten das ich hiermit nicht die persönlichen Glaubensansichten von Katholiken beleidigen möchte. Jeder darf seinen Glauben ausleben wie er das gerne mag. Wenn einer meint sich als Christ bezeichnen zu müssen kann er das gerne tun. Aber wenn es sich um den Chef einer derart einflussreichen Organisation wie der katholischen Kirche bzw. dem Vatikan handelt muss weltliche Kritik gestattet sein und ist meines Erachtens auch dringend Notwendig.

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